Gedankengangeintrag, Persönliches

Desillusioniert. Entmutigt. Niedergeschlagen.

Ich glaube ich hab gerade das kleine aber feine Problem, dass ich irgendwie so viel zu erledigen habe und gar nicht weiß wie und wann ich das alles schaffen oder angehen soll.

Ich glaube ich habe mir einfach zu viel vorgenommen die letzten Tage und Wochen, was an Arbeit sicher auch noch für einige Wochen reichen wird, denn ich kriege so wenig am Tag gebacken, wie noch nie. Was wirklich erschreckend ist. Vielleicht hat das ein wenig mit meiner ziemlichen großen Antrieblosigkeit zu tun.

Wie schon so oft sage ich und denke ich dann, dass ich mir mal wirklich eine vernünftige Planung machen sollte was ich an einzelnen Tagen schaffen will und was in einer Woche, dann in einem Monat und immer so weiter. Das größte Problem dabei ist, dass ich dann so in der Planung versinke, dass ich zu nichts anderem mehr komme. Da ja nur eine „perfekte“ Planung, eine gute Planung ist.

Oder wenn die Planung sitzt und ich anfange die Dinge die auf der Liste stehen abzuarbeiten, diese Dinge dann aber nicht auf Anhieb funktionieren wie sie sollen oder wie ich sie mir vorgestellt habe verlässt mich die Lust an ihnen. Momentan habe ich die Einstellung, dass es entweder gleich klappen muss ansonsten lasse ich es sein. Eine schlechte Einstellung, wenn du mich fragst, aber manchmal (bei mir leider viel zu oft) ist das einfach so. Ich kriege nichts hin und wenn ich etwas hinkriege, dann nicht so wie ich es mir Vorgestellt hatte. Traurig. Und selbst wenn ich mich damit trösten könnte, dass ja das was ich auf die Reihe bekommen habe, ja immerhin besser wie nichts ist, funktioniert das nicht.

Desillusioniert.

Ich glaube das ist das richtige Wort was ich hier verwenden kann. Ich weiß nicht wirklich was ich will vom Leben und vor allem von mir.

Will ich diese Masterarbeit überhaupt fertigschreiben? Bringt mir das irgendwas? Und selbst wenn ich sie fertig schreibe, was bin ich dann? Ja, was bin ich dann, wenn ich die Masterarbeit in Literatur fertig geschrieben habe? Was kann ich damit anfangen? Ich hasse diese Fragen, vor allem wenn sie von anderen kommen. Aber selbst noch, wenn ich sie mir selbst stelle. Was kann man mit einem Germanistikstudium anfangen. Alles. Sagen mir die Leute vom Fach die ich Frage. Nicht wirklich die Antwort die ich gerne hören will. Andere Formulierung. Was kann ich mit einem Germanistikstudium, Schwerpunkt Literatur anfangen? Schweigen, dann fast die Gleiche Antwort, eigentlich Alles. Oder? Die Pause vor der Antwort sagt mir eigentlich alles. Was will man mit einem, ich nenne es mal so, Literaturstudium anfangen, außer natürlich mal wird Autor, schreibt Bücher oder sonst was?

Und dann immer diese Blicke auf die Antwort, dass ich selber keine Ahnung habe. Anklagende Blicke, Blicke die vor Mitleid nur so Sprühen. Armes Kind, aber ein Kind bin ich ja nicht mehr, deswegen arme Erwachsene. Oder Sprüche wie „Du hättest vor dem Studium mal doch eine Ausbildung zu xy machen sollen, so wie man dir das damals gesagt hat.“ Oder, „Wenn du unzufrieden bist Such dir halt einfach einen Job der dir Geld einbringt, damit du dir eine eigene Wohnung etc. leisten kannst…“ Und so weiter und sofort.

Ich weiß auch das meine Eltern in meinem Alter ihr Leben schon zusammen hatten. Sie hatten Jobs, Kinder, also alles was man von jemandem mit Mitte, Ende Zwanzig erwartet. Auch andere in meinem Alter wissen was sie vom Leben wollen. Haben Jobs, Auto, Kind und Haus und keine Ahnung was noch alles. Gratuliere, dass ihr das alle wisst was ihr wollt und was nicht. Das ihr alle schon das „Wichtigste“ in eurem Leben erreicht habt.

Ich nicht. Ich weiß nicht was für mich das „Wichtigste“ ist, was es mal war oder mal werden sollte.

Ich hatte nie einen Plan, was später mal werden sollte. Hatte ich auch noch nie. Ich „wusste“ zwar als Kind immer was ich später mal werden würde und wie mein Leben „Ideell“ verlaufen sollte. Bei den kindlichen Träumereien ist es geblieben, denn die Realität sieht ganz anders aus.

Ich hasse es, wenn man von mir erwartet, nur weil ich siebenundzwanzig bin, dass ich ja bald mal anfangen sollte über Kinder nachzudenken. Wow, immer eins nach dem anderen. Darf ich vielleicht erst Mal jemanden kennenlernen? Und dann an Kinder denken? Wieso muss ich nur weil ich eine Frau bin überhaupt an Kinder denken? Niemandem in meinem näheren Umfeld kommt je der Gedanke, dass ich vielleicht gar keine Kinder will. Geschweige denn einem Partner. Herr Gott, ich weiß noch nicht mal zu 100% ob ich wirklich auf Kerle stehe, woher auch? Ich hatte noch nie eine ernste Beziehung. Geschweige denn überhaupt eine Beziehung. Aber auch das weiß keiner, oder vielleicht doch? Vielleicht überspielen sie es ja auch gerne, denn irgendwann wird schon alles so sein wie man es will. Wie sie es wollen, vielleicht. Ob ich es dann auch so will ist eine andere Sache, aber über die redet man ja nicht. Und wenn, dann nur ohne mich.

Ich bin eher introvertiert und nicht extrovertiert. Natürlich sieht das keiner der weiß, dass ich als Kind nie die Klappe halten konnte und jetzt noch genauso wenig. Ich rede viel und gerne, aber nur mit Leuten die ich kenne und zu denen ich eine Bindung habe. Freunde die ich seit Jahren kenne, die schon mehr Familie sind als normale Freunde und meine Familie natürlich. Ich verbringe gerne Zeit alleine, was andere nicht wirklich verstehen. Wieso muss ich mich mit Menschen abgeben, wenn ich mich dazu regelrecht zwingen muss? Muss ich vorheucheln jemanden zu mögen und mit ihm Zeit verbringen, wenn ich es nicht will und meine Zeit, für meinen Geschmack, Sinnvoller verbringen könnte? Muss ich, nur weil es jemand gut mit mir Meint, etwas ans Bein binden was mir nicht zu sagt? Etwas was ich gar nicht will? Egal von was wir jetzt Reden, Verpflichtungen sind irgendwie immer alle gleich. Die einen haben nur eine größere Auswirkung auf uns und auf unser Leben. Ich kann nicht mal richtig Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen. Warum also soll ich andere da, mit reinziehen?

Ich liebe mein Studium und auch wenn ich einige Dinge damals anders hätte machen können, muss man mir diese Dinge, die schon sieben Jahre oder mehr her sind nicht vorhalten lassen. Ich muss mir nicht in regelmäßigen Abständen anhören, was ich hätte anders oder sogar besser machen können. Wieso muss man, wenn man versucht Leute aufzumuntern ihnen ein schlechtes Gewissen machen? Das ist für mich kein Aufmuntern. Das ist jedes Mal aufs Neue ein Schlag ins Gesicht. Was nicht jeder versteht, verstehen kann oder verstehen will. Gleichzeitig wird mir aber gesagt, ich muss mich nicht immer für alles Entschuldigen. Der nächste Schlag in die Magengegend.

Was bringt es mir für etwas zu brennen, wenn alle um mich herum es für falsch, für pure Zeitverschwendung oder sonst etwas halten? Was nützt es mir zu sagen, ja ich liebe es meine kreativen Seiten beim Schreiben auszudrücken, mit Lesen, mit der Fotografie. Wenn mir im gleichen Atemzug, die Worte „Wie soll man damit denn Geld verdienen“ und andere ähnliche Worte entgegenfliegen.

Wie soll man mit sich, seinen Vorstellungen und allen anderen Dingen ins Reine kommen, wenn sie von anderen doch nur als „falsch, unnütz und idiotisch“ bezeichnet werden? Wie soll ich etwas finden was mir Spaß macht, was mir gefällt, wenn alles was mir Spaß macht und mir gefällt von allen Seiten niedergetrampelt wird, weil es ja nichts „Vernünftiges“ ist.

 

Manchmal wünsche ich mir, in einer einfachen Blockhütte im Wald zu wohnen. Nur ich, die Natur, die Einsamkeit und die Stille ohne größeren Kontakt für normalen Gesellschaft. Eine Blockhütte, in der ich machen kann was mir Spaß macht, ohne mich jedes Mal rechtfertigen zu müssen über das; warum, wieso, weshalb?

Und ich weiß auch das viele diesen Text und meine Worte für übertrieben halten. Das man seinen Platz im Leben ganz einfach findet, wenn man es, denn will und vor allem wenn man es nur genug versucht. Das weiß ich selber. Und ich kann dir gar nicht versuchen wie oft ich das schon getan habe. Aber immer war das Gefühl was mich dann befiel, das Gefühl von Falschheit. Es war etwas was andere von mir verlangten, aber nie das was ich selbst wollte.

Nur weil andere meinen und sagen es ist das Richtige (für sie), bedeutet das noch lange nicht das es das auch für mich ist oder für alle anderen, die das Gleiche Problem haben. Jeder von uns ist anders, man kann nicht erwarten oder verlangen, dass das für dich das richtige ist auch für mich das richtige ist. Leider versteht das nicht jeder.
Es heißt halt nicht ohne Grund; Leben und leben lassen.

~ Die kleine Wasserhexe

6 Gedanken zu „Desillusioniert. Entmutigt. Niedergeschlagen.“

  1. Das klingt aber düster. Warum hörst Du darauf, was die anderen sagen? Es ist Dein Leben und Deine Zukunft. Fahr nicht mit angezogener Handbremse, nur weil Du den Weg nicht kennst! Vielleicht bist Du so unentschieden, weil Du innerlich Angst vor einer falschen Entscheidung hast?

      1. Der ursprüngliche Grund warum ich Literatur oder Germanistik studiert habe? Weil ich damals nach dem Abi, so die Schnauze voll hatte von Unterricht auf norwegisch und wieder mehr über Deutschland und deutsche Kultur lernen wollte. Und weil man bei der Aufnahme für das Studium keinen Notendurchschnitt an der Uni beachtet hat, es wurde sozusagen jeder Depp angenommen. Erst nachdem ich mich für das Studium eingeschrieben habe kam mir der Gedanke, dass ich ja doch schon 11 Jahre oder so in Norwegen bin, und es eigentlich ganz schön sei wieder mehr Deutsche Kultur, Literatur und der Gleichen vermittelt zubekommen!

        Ich habe leider erst einige Jahre später, eine Studienrichtung gefunden die mich (obwohl sie auf Norwegisch war) mehr gereizt hätte, aber da stand mein Entschluss schon fest, das Germanistikstudium mit einem Master zu beenden, wenn schon dann, denn schon!

        Wer weiß, vielleicht gehe ich diese Berufsrichtung nachdem ich mit meiner Masterarbeit fertig bin doch noch, denn in Deutschland ist das ja, neben einem Studium auch eine 3-jährige Ausbildung, was ich mir dann eventuell auch noch antuen würde, für den Fall das ich mich dazu entscheide oder aber mit dem Master in Literatur nichts anfangen kann. 😛

    1. Düster und leider steckt auch recht viel Wahrheit drin.
      Warum ich auf das höre was mir die anderen sagen? Weil, wenn man es irgendwann oft genug hört selber dran glaubt und es sich auch immer wieder vorhält und schlimmer noch sich wieder und wieder einredet. Mich würde es nicht stören, wenn meine Freunde so darüber denken würden oder mir es sagen, denen kann ich dann Paroli bieten. Kommt es jedoch ständig von denen die dir noch näherstehen, denjenigen die dich eigentlich bedingungslos unterstützen sollten egal wann, wo und wie alt du bist, ist das eine ganz andere Sache. Da kann ich dann persönlich nicht mehr weghören, vor allem wenn es mir immer und immer wieder auf eine passive und versteckte Art und Weise vorgehalten wird. Und den großen Zoff vom Zaun brechen will ich auch nicht, bis ich eigenes Geld verdiene und meine eigenen 4 Wände habe, muss ich da wohl oder übel durch denke ich.

      Das kann gut sein das ich so unentschieden bin und wie du es so schön nennst gerade deswegen mit angezogener Handbremse durchs Leben fahre, weil ich Angst vor den falschen Entscheidungen habe. Nur leider kriege ich immer das Gefühl vermittelt, dass ich für „Das große Fehler“ machen zu alt bin. Hätte ich sie mir 20 oder vielleicht 22 gemacht, wäre das ok gewesen, aber mit 27? Wenn man eigentlich schon voll im Leben stehen sollte, oder es zumindest ansatzweise auf die Reihe bekommen habe sollte, macht man nichts „unüberlegtes“ mehr.

    1. Na warum auch nicht, ich kenne Leute die haben mit über 40 noch mal die Schulbank an der Uni oder der Hochschule gedrückt.

      Wenn man weiß was man will, dann ist die Entscheidung die man trifft auch die richtige, da muss man nicht erst hinterher sehen oder erfahren ob es die richtig war. Da weiß man von vornherein das man die richtige Entscheidung getroffen hat. Aber das ist nur meine Meinung. Natürlich kann diese Entscheidung „kippen“ warum auch immer, und im Endeffekt kann man die auch bereuen, aber oftmals ist es ja dann doch das man sich für das richtige entschieden hat, wenn man weiß das man unbedingt DAS von Beruf werden will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.