Hallo,

kennst du das, wenn du vor dem Laptop oder auch dem Notizbuch oder sonst was sitzt und auf das leere Blatt starrt? So geht es mir die letzten vier Mal wo ich versucht habe was für meine Masterarbeit zuschreiben. Mir würden sofort an die tausend, na gut vielleicht nicht tausend aber genügend Dinge einfallen die ich für mein Schreibprojekt machen könnte. Und immer dann, wenn es um den Master geht, sitze ich da, mein Hirn stellt auf „Schneesturm“ den man damals auch öfter mal auf dem Fernseher hatte oder noch besser dieser farbige Sendeschluss Bildschirm mit diesem nerv tötenden Ton!

Manchmal verstehe ich mein Hirn echt nicht! Wenn es an das Schreiben für den Master geht, sollte das doch um einiges leichter sein, ich habe schließlich Bücher zur Hand von denen ich mich leiten lassen kann und die mir helfen das Thema und der Gleichen zu verstehen. Und bei meinem Roman muss ich mir alles aus den Fingern saugen und habe keine „Vorlagen“ oder Bücher die mir helfen.

Ich liebe das Schreiben keine Frage! Es hat nur momentan den Anschein das ich für alles was ich anfasse und machen MUSS kein Händchen habe und es mehr oder weniger versaue, so nach dem Motto; „Hey! Macht doch nichts du kannst schließlich noch einige Semester dranhängen, zwar hast du dann keinen Betreuer mehr, aber den hast du ja die letzten 4 Semester auch so gut wie nie ‚in Gebrauch genommen‘, also was soll’s?!“ *mit den Schultern zuckt* Bis Dato habe ich auch grade mal um die viertausend Wörter geschrieben, auf ungefähr 16 Seiten Word-Dokument, mit 1,5 Zeilenabstand. Und ich muss zwischen 70 und 100 Seiten schreiben.

Ich kann auch gar nicht so wirklich sagen wo mein Problem liegt. Es ist nicht unbedingt das Thema, denn über Märchen und Märchenforschung wollte ich schon immer schreiben, auch weil sie das an der Uni in Bergen (Norwegen) noch nicht hatten. Sprich, ich versuche mich für eine norwegische Uni an etwas Neuem, wohingegen an deutschen Unis, kein Germanistikstudent mehr auch nur ansatzweise darüber nachdenkt über Märchen beziehungsweise Märchenforschung zu schreiben. Ich kann mich irren, aber viel Neues kann man dem Thema Märchenforschung nicht mehr beifügen oder gar Bahnbrechendes dazu beitragen. Mein Betreuer und ich haben uns etwas anderes einfallen lassen. Ich soll die (Volks-)Märchen und die Kunstmärchen vergleichen. Auch kein wirkliches Problem, wenn du mich fragst. Das eigentliche Problem ist glaube ich Bachtin mit seiner Chronotopostheorie, den ich mit einbeziehen soll. Für alle die nicht wissen was es mit Bachtins Chronotopos auf sich hat; es handelt sich um die Strukturierung vom Zeit und Raum in einem Roman oder einer Erzählung, die laut Bachtin einen wesentlichen Zusammenhang in der Erzählung bilden und damit wechselseitig und untrennbar sind. Es geht also im Großen und Ganzen nur darum das Wo und Wann in einer Erzählung zu analysieren und gleichzeitig nach deren symbolischer und sinnhafter Beziehungen zu hinterfragen. Sprich, welche Orte oder Plätze werden für die Erzählung gewählt und wie werden sie erzählerisch erschlossen. Vielen Dank an den Wikipedia Eintrag über Chronotopos, denn ich tu mich etwas schwer dem ganzen Chronotopos kram in eigene Worte zu fassen, geschweige denn etwas aus Bachtins Buch über den Chronotopos zu verstehen… Vielleicht setzte ich mich auch deswegen zu sehr unter Druck? Weil, es ist ja an sich nicht allzu schwer das ganze Wo und Wann in Märchen oder Kunstmärchen zu hinterfragen und zu analysieren, nur wenn man die Fachliteratur die man benutzen soll nicht ganz versteht, fängt man schon an eine Barriere aufzubauen und wenn man nur daran denkt, fängt der Körper an sich dagegen zu sträuben.

Guck dir das an! Ich wollte gar nicht so viel Jammern, geschweige denn dir so viel über meine Masterarbeit erzählen. Aber ja, vielleicht hilft es ja, dass wenn man die Probleme die man nur im Kopf zermartert, aufschreibt und sie damit loslässt.

Ich wünsche dir noch einen schönen Dienstag, eine schöne Woche und falls ich nichts mehr von mir hören lasse, eine schöne Vorweihnachtszeit!

~ Deine kleine Wasserhexe

3 thoughts on “Die Kunst des Schreibens. Entweder es „flutscht“ oder es „flutscht nicht“.”

  1. Liebe Sarah,
    ich denke, dass es sich bei deiner Masterarbeit durchaus um ein interessantes Thema handelt! Vielleicht hilft es dir, erst einmal den spannenderen Teil zu erledigen und das Wo und Wann der Märchen zu analysieren – ganz für dich. Danach beschäftigst du dich nochmal mit Bachtin (wenn etwas Zeit vergangen ist, hat man ja noch mal einen anderen Zugang zu einem Text) und passt deine Ausarbeitungen auf seine Theorie an. So als Vorschlag einer Außenstehenden^^
    Liebe Grüße, Alex

    1. Vielen lieben dank für deinen aufmunternden Kommentar! ^_^ Das freut mich das du das Thema interessant findest. 😀 (Ich hab momentan wieder meine kleinen Problemchen damit, weil ich als Thema zwar Märchen hatte, aber ich wollte sie mit den Disneyadaptionen vergleichen und darüber meine Arbeit schreiben, aber egal, haha.) Na ja das Wo und Wann gehört ja schon zu Bachtins Theorien dazu, von daher ist das jetzt nicht grad das spannendste, haha. Aber ja, da hast du recht, wenn der Text erst einmal steht dann ist es leichter ihn mit der Theorie zu verknüpfen und es ist leichter ihn danach zu Bearbeiten und ich kann beim schreiben jetzt schon auf den ganzen Bachtin Kram etwas achten. ^__^ Das hab ich mir gestern auch schon gedacht und hab dann gestern vor dem Schlafengehen schon eine „to-do-liste“ gemacht von dem was ich heute und morgen alles machen/schreiben will und da gehören erst einmal die „groben“ Analysen der Märchen dazu. 🙂

      Vielen lieben dank nochmal das du dir Zeit genommen hast einen Kommentar zu Schreiben! 🙂 Das motiviert gleich etwas mehr, wenn ich das Word Dokument öffne und anfange mit dem Tippen. ^^

      Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Mittwoch und ganz liebe Grüße, Sarah

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