„Nun, mein Sohn, würdest du jetzt deine Seele frei machen?“
Gustave erschauderte. „Meine Seele frei machen? Was meinst du damit? Wie soll das gehen?“ „Na ja, ist mir doch egal!“ Der Tod machte eine wegwerfende Handbewegung. „Du kannst ins Wasserspringen und ertrinken. Du kannst dir eins von den Tauen nehmen und dich daran aufhängen. Da vorne liegt ein hübsches, scharfes Entermesser. Hast du schon mal von dem schönen japanischen Brauch namens Seppuku gehört?“
„Ihr meint ich soll mich selbst umbringen?“
„Ja klar – wer denn sonst? Meinst du, ich mache das? Ich bin der Tod, aber ich bin kein Meuchelmörder.“ Dementia lachte übertrieben schrill über dem Witz ihres Bruders.
„Was willst du mit meiner Seele denn machen?“ fragte Gustave. Er war nicht wirklich an einer Antwort interessiert, er wollte nur ein bißchen Zeit herausschinden.
„Och, ich fliege damit ins All und werfe sie in die Sonne, wie ich das mit allen Seelen mache“, erläuterte der Tod beiläufig. Ein Anflug von Mitleid mischte sich in die herablassende Stimme. „Was meinst du denn, warum das Ding da oben immer noch so hell brennt? Ohne Sonne kein Leben, ohne Leben keine Seelen, ohne Seelen keine Sonne – das ist nun mal der ewige Kreislauf des Uni… Aua!“ Das Skelett blickte so empört, wie man ohne Augen blicken kann. Dementia hatte mit dem Fuß nach seinem Schienbein getreten.
Der Tod fächerte seine Knochenfinger über sein bloßes Gebiß. „Ach du meine Güte, jetzt habe ich eines der großen Geheimnisse des Universums verraten! Na, macht ja nichts – du wirst ja wohl kein Buch mehr darüber schreiben, wie? Die schrecklichen Geschwister lachten mechanisch, als gehöre dieser Scherz zu ihrem festen Repertoire.

                                          – Auszug aus, Wilde Reise durch die Nacht von Walter Mores

 

Ich hab gestern endlich das Walter Moers Buch angefangen, welches ich am Freitag schon anfangen wollte. Auch wenn ich Miss Pettigrews großer Tagnoch nicht zu Ende gelesen habe, wollte ich etwas anderes Lesen. Nicht das ich das Buch von Winifred Watson nicht mag, aber ich hab erst vor „kurzem“ den Film dazu gesehen und finde es nicht besonders Reizvoll es zu lesen. Deswegen, und aus Frust das ich etwas lesen wollte was ich nicht so wirklich kenne, habe ich dann die Wilde Reise durch die Nacht angefangen. 😉

Und diese Stelle von Seite 18 – 19, hat mir gestern aus vielleicht unerfindlichen Gründen die Tränen in die Augen getrieben. Ich fand diese Unterhaltung, diesen „Witz“ des Todes so morbide komisch, dass er richtig genial rüberkam und ich loslachen musste. Besonders der Schluss, an dem der Tod so übertrieben erschrocken spielt, dass er eines der großen Geheimnisse des Universums preisgegeben hat, fand ich urkomisch!

Wenn ich das Buch durchgelesen habe, ich bin gestern bis Seite 60 gekommen, werde ich noch eine Rezension dazu schreiben! 🙂 Aber erstmal muss dann die Rezension zu Rumo fertiggeschrieben werden, bevor ich die nächste in Angriff nehme. 😉

 

Wie du auch siehst ich konnte mich nicht lange von Walter Moers fernhalten! Auch, wenn ich nachdem ich der Bücher in Folge gelesen hatte, leicht die Nase voll von ihm hatte. Aber das ist ja auch schon wieder einen Monat her, haha.

Na gut, es ist gleich halb zwei. Ich werde noch mal ins Krankenhaus, endlich die Röntgenaufnahmen machen lassen, damit der Neurochirurg dann am Freitag etwas zu gucken hat. xD Wieso nochmal? Ich war heute schon mal da ja! Aber ich hab das zweit wichtigste vergessen; meine Chipkarte… xD Bei der Hitze ist das natürlich klasse, da noch mal hinzu dackeln, aber ja, watt mutt datt mutt… 😛

Hab noch einen schönen Tag, neues ist in Arbeit und die vernünftigen Bilder kommen hoffentlich auch bald zu Stande… Ich hab momentan wieder keine richtige Lust zu fotografieren, deswegen hoffe ich das sich, dass bald ändert. 😛

Deine kleine Wasserhexe

Photo by Lacie Slezak on Unsplash

2 thoughts on “Eines der großen Geheimnisse des Uni… Aua!”

    1. Das freut mich das er dir gefallen und deinen Tag bereichert hat! 😀
      Mich hatte er zum Nachdenken gebracht, deswegen wollte ich ihn mal teilen. x)

      0

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