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Titel:
Coraline
Autor: Neil Gaiman
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 04.05.2009
Seitenzahl: 17

Hinter einer vermauerten Tür entdeckt Coraline einen verborgenen Weg in eine Alptraumhafte Parallelwelt: Dort trifft sie ihre „andere Mutter“, ein Wesen mit glänzenden Knöpfen anstelle der Augen, das sie freundlich umgarnt und das hungrig auf Coralines Seele blickt. Eine Reise an einen Ort voller skurriler Schrecken und ein Märchen vom Sieg über die Angst.


Diese Rezension hat mir ziemliches Kopfzerbrechen beschert, denn ich muss gleich als erstes sagen; ich habe den Film von Regisseur Henry Selick gesehen und habe mir erst danach das Buch gekauft. Es kann also durchaus sein, dass meine Rezension und vor allem aber mein Blick auf das Buch von vornherein durch die Tatsache das ich erst den Film gesehen und das das Buch gelesen habe verfälscht wurde. Ich gebe es auch gerne zu und sage einfachmal das es wirklich so war!

Aber gut, dass nur als kleiner Hinweis und eventuell auch als „Vorwarnung“, wenn diese Rezension etwas komisch wird. Noch dazu kann ich es irgendwie nicht lassen das Buch mit dem Film zu vergleichen.

Lange Rede kurzer Sinn, hier die Rezension:

Coraline ist ein kleines Mädchen, dass mit ihren Eltern vor einer Weile in ein neues Haus gezogen ist. Es war ein großes altes Haus, welches sich die Familie mit einigen anderen teilte. Im Keller wohnen die beiden alternden Schauspielerinnen Miss Spink und Miss Forcible. Im Dachgeschoß über Coraline und ihren Eltern wohnt Mister Bobinsky, der Mäuse für seinen Mäusezirkus trainiert. Coraline ist sich sicher, dass alle drei nicht mehr ganz richtig im Kopf sind und hegt eine gewisse Abneigung gegen sie (die sie irgendwie gut versteckt).

Auch so scheint sie nicht sehr höflich Erwachsenen, besonders ihren Eltern gegenüber zu sein. Aber mal ehrlich, welches Kind ist das in einem gewissen Alter schon? Zumindest fühlt sich Coraline von allen Erwachsenen, besonders aber ihren Eltern, missverstanden und als würde sie aus reiner Luft bestehen. Keiner hört ihr zu, sogar die Nachbarn nennen sie Caroline, anstatt Coraline. Als sie jedoch eine mysteriöse Tür entdeckt, die ihr den Weg in eine Welt preisgibt die sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von ihrer Unterscheidet ist Coraline Feuer und Flamme, zumindest anfangs, denn die andere Mutter ist nicht ganz so lieb und nett wie es den Anschein hat.

 

Meine Meinung

Coralines Geschichte und ihre Abenteuer waren interessant zu lesen. Sie waren einigermaßen spannend und haben Erinnerungen an meine eigene trotzige Jugend geweckt. Negativ fiel mir auf das Coraline durch verschiedenes, zum einen ihre Eltern arbeiten viel und beachten sie kaum recht unsympathisch und verzogen wirkt. Immer sind andere an schuld, nur sie nicht Noch dazu wirkt sie in vielen Fällen oberzickig und unhöflich gegenüber den Erwachsenen und anderen. Kurz gesagt, sie ging mir an einigen Stelle wirklich auf die Nerven. Natürlich wünscht man sich als Kind die Aufmerksamkeit der Eltern aber trotzdem… Gleichzeitig lassen ihre Eltern ihr recht viel durchgehen, was dieses Verhalten irgendwie beim Mädchen bestärkt.

Sonst hatte ich beim Lesen immer so ein Gefühl von gehetzt sein. Teils die Erzählung schien mir gehetzt, auf der anderen Seite schien mir auch der Autor sehr gehetzt, der die Geschichte einfach nur aufs Papier bringen wollte ohne Lust und Laune. Oder es war Absicht, weil Gruselgeschichten ab und an ja doch „gehetzt“ wirken um den Gruselfaktor zu verstärken.

Was mir fehlte, nachdem ich zuerst den Film gesehen habe war, dass Coraline dreimal in die Welt der anderen Mutter geht. Zweimal denkt sie es wäre nur ein Traum, da sie immer erst einschlafen muss um die kleinen Springmäuse zu sehen, die sie zur Tür im Erdgeschoss bringen, das dritte Mal entscheidet sie sich bewusst die Tür zur anderen Welt aufzuschließen und durch den Tunnel zu gehen. Das fehlte mir wie gesagt im Buch, denn wenn ich mich richtig erinnere, dann geht Coraline nur ein einziges Mal durch die Tür und wird auch gleich mit dem bösen dort konfrontiert was sie bei sich behalten will. Im Film wird diese „die andere Mutter will dich fressen“ Aspekt erst aufgebaut, wodurch man auch eine Entwicklung und ein leises Umdenken bei Coraline miterleben kann. 

Natürlich kann es auch einfach nur sein, dass ich zu alt für die Zielgruppe des Buches bin. (Es kann nicht nur sein es ist auch so!) Es ist immerhin ein Kinderbuch, für Kinder.

 

Fazit

„Einige Türen sollten verschlossen bleiben“. Der Satz passt erschrecken dazu, dass ich mir wünsche dieses Buch lieber nicht aufgeschlagen hätte. Aber ganz ehrlich? Die Geschichte war ok. Zwar sind meine Ansprüche an ein gutes Buch vielleicht VIEL zu hoch, da es sich hierbei ja nur um ein Kinderbuch handelt aber trotzdem. Ich lehne mich mal sehr weit aus dem Fenster und sage das selbst Kinder, die viel und gerne lesen sich bei dieser Geschichte mehr langweilen als gruseln würden.

Ich fand nur, dass die Geschichte im Buch, wie gesagt recht schnell voranschritt und alles auf eine gewisse Weise oberflächlich beschrieben und erzählt wurde. Und somit hatte ich bei der Coraline im Buch nicht die gleichen Empfindungen wie bei der Coraline im Film. Film-Coraline war mir am Ende wesentlich sympathischer als Buch-Coraline. Was auch daran lag, dass mir der Film zu sehr gefiel und ich somit noch höhere Ansprüche an dieses Buch hatte.

 

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14 thoughts on “[Rezension] Coraline von Neil Gaiman”

    1. Oh wirklich? Da bin ich irgendwie beruhigt, dass ich da nicht ganz alleine bin. xD Ich hab irgendwie das Gefühl nie was schlechtes zu Büchern von Neil Gaiman zu finden…? Coraline hat meiner Leselust zu Neil Gaiman einen kleinen Dämpfer verpasst, deswegen lasse ich die Bücher von ihm die ich noch lesen wollte etwas „ruhen“! xD
      Aber dir viel Spaß mit Neverwhere 😉 (Erzähl dann mal wie du’s so fandest :D)

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      1. Ich habe neverwhere schon zwei mal angefangen, aber jedes mal wieder weg gelegt, da ich irgendwie enorme probleme mit dem Sprachverständnis hatte… total seltsam, ich meine ich lese viel auf englcih, auch anspruchsvolles, aber es gibt immer wieder moderne literatur die nicht in meinen kopf will^^

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        1. Oh, das kenn ich irgendwoher! Geht mir auch manchmal so, dass das was ich da grad gelesen habe nicht in meinen Kopf will (ob nun auf englisch oder deutsch…) Manchmal ist das glaub ich einfach so und man ist dann nicht für diese Art der Literatur gemacht. xD
          Na dann toi toi toi falls du es noch ein drittes Mal in die Hände nimmst und anfängst es zu lesen! Ich drück dir die Daumen. 😉 (Halt mich gern auf dem Laufenden wie es dir ergeht.)

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          1. hihi ich danke dir^^
            momentan lese ich noch meinen all-time-favorite Daniel kehlmann <3 Wenn ich es endlich mal zu einer Lesung von ihm schaffe, werde ich vor Bewunderung glaube ich komplett erstarren^^
            Was liest du denn gerade?

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          2. Hm, Daniel Kehlmann sagt mir jetzt grad nichts… Was hat er denn geschrieben oder noch besser welches Genre schreibt er denn so?
            Haha, das glaub ich! Ich hoffe du schaffst es mal zu einer Lesung. 😉

            Ich hab grade „Die Wedernoch“, der 2. Teil der „Die Seltsamen“-Reihe von Stefan Bachmann am Wickel. Ich musste mich zwar irgendwie durch Band 1 quälen (bis zu den letzten beiden Kapiteln) und hoffe das Band 2 besser, vielmehr spannender Geschrieben sein wird, haha.

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          3. er hat die Vermessung der Welt geschrieben und zuletzt Tyll, findet sich beides in jeder Buchhandlung auf allen Tischen wieder und die Vermessung war ein unglaublicher weltweiter erfolg… Er schreibt eig genau in dem genre, welches meine heimat ist, der stinknormale entwicklungsroman mit teilweise äußerst absurden und paranormalen einschüben^^

            interessant, dass du den zweiten teil liest, obwohl dir der erste schon nicht richtig zusagte^^ wie kommt es, dass du trotzdem dabei bleibst?

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          4. Ah, die Vermessung der Welt genau! Wusste ich doch, das da irgendwie was bekanntes war! 🙂
            Ah, genau das Genre wollte ich mir ja etwas mehr „aneignen“ und mehr von lesen. 🙂

            Ja, ich war auch überrascht das ich weitergelesen habe! Aber mir gefiel das Genre doch besser als erwartet. Es ist so eine Mischung aus Feen-Fantasy/Mythologie und Steampunk, was sich zwar erst komisch anhörte aber, dann auch wieder Spaß gemacht hat zu lesen. Also so an den Genre lag es nicht das es mir nich voll und ganz gefiel, eher an dem Schreibstil von Bachmann 😛

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          5. er ist eine definitive Empfehlung! Er schreibt unfassbar unterhaltsam und ich denke, man kann getrost mit der Vermessung beginnen, die ist eigentlich ein ziemlich guter Einstieg…

            Klingt nach einer wilden Mischung^^ Ich bin ja sehr Fantasy unerfahren und muss zugeben, mich in derartige Gefilde noch nicht getraut zu haben xD

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          6. Oh, na dann muss ich mal nach der Vermessung Ausschau halten! 🙂 das hört sich echt interessant an 😀

            Haha, ja das war es wirklich! Anfangs war es zwar stellenweise recht vorhersehbar (wegen dem Prolog), aber sonst fand ich die Szenerie und alles wirklich wunderbar 😀
            Ich empfehle dir, wenn du wirklich sehr unerfahren mir Fantasy bist dich erst einmal mit Matilda „warm zu lesen“, das würde ich dir empfehlen jetzt nachdem ich die Rezi dazu geschrieben hab! Es ist von Genre her das was du liest, realistisch im hier und jetzt und trotzdem hat es etwas phantastisches. 🙂
            (Falls du magst kann ich dir ja mal ein paar Fantasy Bücher empfehlen, mit dem man sich „warm lesen“ kann ohne gleich wtf zu denken. xD wie gesagt falls du magst, ist kein muss 😉 )

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          7. Oh das wäre mega lieb, wenn du mir ein bisschen was empfehlen könntest 🙂 Denn es stimmt wie du sagst, man muss sich ein bisschen ran tasten^^

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          8. Das mach ich total gerne! ☺️Ich stell dir bis zum Wochenende eine kleine Liste zusammen. 🤓🤩 (Bitte nicht böse sein, wenn ich dann gleich einen kleinen Beitrag für den Blog draus mache…😂🙈 Ich bin grad voll motiviert was das [Bücher & Literatur] angeht! xD)

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          9. haha lass dich nicht bremsen… Unser Austausch hat mich schließlich auch schon zum letzten meiner Beiträge motiviert ;P

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          10. 😍 Yay, das freut mich aber mega! 🤩🥳
            Dann lass ich mir was nettes für den Beitrag einfallen🤗

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