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Titel: Das hier ist Wasser / This is Water (Zweisprachige Ausgabe)
Autor: David Foster Wallace
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum: 2012
Seitenzahl: 61

Was bedeutet es eigentlich, erwachsen zu sein, und wie kann man ein sinnvolles stressfreies Leben führen?

 

 


Was ich dir noch sagen muss: Diese Rezension wird etwas anders ausfallen, als die letzten beiden. Nicht weil ich faul bin oder mich irgendwie aus der Verantwortung ziehen will, aber ich hatte leichte Schwierigkeiten mit dem Text. Ich hab zwar die deutsche UND die englische Version gelesen, aber beim puren Lesen blieb es. Irgendwie haben die Wörter nicht ganz den Weg zu meinem Gehirn gefunden und verarbeiten können. Ich verstehe zwar vorauf Wallace hinaus will, nur kann ich dieses Verständnis nicht wirklich in Worte fassen, was jetzt zu dieser „amputieren“ Rezension geführt hat.

Damals im Februar als ich an den 28-Tage-Content von Anna Koschinski teilgenommen hatte, hatte ich am letzten Tag der Challenge eine Rezension von J.K. Rowlings Was wichtig ist. Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasieverfasst. Die Rezension zu Rowlings Buch kann du [HIER] nachlesen.

Im Zuge dessen wurde mir von der lieben Anna das Buch oder die Abschlussrede Das hier ist Wasser von David Foster Wallace empfohlen. Was hat Foster Wallace Rede mit dem Buch von J.K. Rowling gemein? Nicht viel, außer der Tatsache das auch Rowlings Buch eine Abschlussrede für die Absolventen des ist. Da ich Rowlings rede unbeschreiblich schön und auch als ungemein tröstend empfand, wollte ich dann auf die Rede von Foster Wallace lesen.

Gesagt getan.

Das hier ist Wasser ist Wallace’s Abschlussrede für die Absolventen des Kenyo College und ich glaube auch die einzige Abschlussrede, die er je gehalten hat. In seiner Rede verbreitet Wallace keinen puren Optimismus. Er betrachtet die Dinge gern aus einem anderen Blickwinkel um den Absolventen somit eine „Anstiftung zum Denken“ mit auf den Weg zugeben. Das Sprichwort „Es ist nicht alles Gold was glänzt“ könnte fast für diese Rede maßgeschneidert worden sein. Wallace führt uns vor Augen wie der Alltag (auch nach einem langen und eventuell harten Studium der Geisteswissenschaften) aussieht; Eintönigkeit, Routine das stetige Streben nach Erfolg, Geld und Macht. Mit anderen Worten die einfache und harte Realität.

Nichtsdestotrotz ist all dies eine Möglichkeit für uns aus unseren in Stein gemeißelten und vielleicht festgefahrenen Mustern auszubrechen.

Das Hauptproblem für Wallace liegt bei uns selbst. Der Mensch sieht sich als Mittelpunkt des Universums. Diese Standardeinstellung, wie er sie nennt, ist von Tag eins fest verankert. Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, weil ich irgendwie oder irgendwo länger warten muss (an der Supermarktkasse oder auf den Bus, der mal wieder zu spät kommt), denke ich nur an mich. Ja, an mich und nicht daran das es den anderen die genauso warten müssen genauso ergeht.

Für uns ist es einfach, einfacher genervt zu sein und uns im Recht zu fühlen. Es ist viel leichter als diese Denkmuster beizubehalten, als das ganze aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das wir echtes Verständnis und Mitgefühl zeigen liegt uns fern und ist, wenn man keine Kontrolle über die eigenen Gedanken hat nicht so leicht.

Und hier ist Wallace nächster Ansatz: die Kontrolle über die eigenen Gedanken. Es ist nur eine kleine Sache und kostet nichts seine festgefahrenen Denkmuster bewusst zu ändern und uns bewusst für sie zu entscheiden. Genauso wichtig ist es wie wir die Dinge sehen wollen. Negative Gedanken bringen immer nur negatives hervor, so einfach ist da. Diese Negativität spiegelt sich nicht nur im Umgang mit unseren Mitmenschen wieder, sondern auch in unserem eigenem Glücksgefühl und unser eigenes Leben.

„Selber denken lernen“ heißt in Wirklichkeit zu lernen, wie man über das Wie und Was des eigenen Denkens eine gewisse Kontrolle ausübt. Es heißt, selbstbewusst und aufmerksam genug zu sein, um sich zu entscheiden, worauf man achtet, und sich zu entscheiden, wie man aus Erfahrungen Sinn konstruiert. Denn wenn Sie als Erwachsener diese Entscheidung nicht treffen wollen oder können, sind Sie angeschmiert.

Ich tat mich wie gesagt etwas schwer mit der Rede und mit Wallace’s Worten. Irgendwie hat mein Gehirn bei seiner Art zu schreiben kleinere Aussetzer. Nicht das er kompliziert schreibt oder so was. Er schreibt nur auf eine Art und Weise die, wenn man sich nicht richtig konzentrieren kann nicht „ankommt“. Was mich persönlich auch schon zum Denken anstiften kann und soll, denn durch mein festgefahrenes Denken, ist es ein leichtes Wallace die Schuld dafür zu geben, dass ich diesen Text nicht ganz verstehe.

Und ganz ehrlich? Ich verstehe ihn im Moment auch wirklich nicht. Oder ich verstehe ihn schon. Mein Gehirn und ich wir überschlagen uns gerade und versuchen herauszufinden, wie wir diesen Text doch noch „entziffern“ können. Und auch wenn wir uns Überschlagen, stehen wir doch mächtig auf dem Schlauch. Wir finden nicht die richtigen Wörter, geschweige denn die Buchstaben und in welcher Reihenfolge sie stehen müssen um einen Sinn zu ergeben. Was schade ist, ich hätte gerne ein paar Vernünftige Worte zu dieser Rede dagelassen.

Und dennoch glaube ich, ich durchlebe gerade das was Wallace mit dieser Rede bewirken wollte. Sich entscheiden was man Denken will. Alles Unnütze sollte verbannt werden, es hat keinen wirklichen Zweck in diesem Moment und sollte dazu führen, dass wir uns nur auf das Notwendige konzentrieren. Aber diesen Filter was nützlich und nicht nützlich ist habe ich schon seit längerer Zeit nicht mehr in meinem Kopf. Und ich glaube wie gesagt, dass hier der Fehler liegt warum ich mich fühle als hätte ich NICHTS aber auch gar nichts von Wallace’s Rede verstanden.


So und das nennt man jetzt Rezension. Bitte eine Runde Applaus. Nein, scherz! Diesen bitterbösen Sarkasmus kannst du streichen, aber im Ernst, die Worte sind heut nicht meine Freunde! Ich habe schon versucht zu Naokos Lächeln eine Vernünftige Rezension zu schreiben. Habe fünft (!!!) Mal neu angefangen und mich zum Schluss dann doch geschlagen gegeben und wollte mein Glück dann mit Das hier ist Wasser versuchen. Ist es mir geglückt? Nein! Aber ich will es irgendwann gerne noch einmal mit diesem Buch oder vielmehr dieser Rede versuchen! Ich sehe das als wirkliche Niederlage an, dass ich irgendwie nicht vernünftiges zustande gebracht habe und irgendwie gerade vergessen habe wie man „geradeaus“ denkt. Ich sitze gerade vor dem Schreibtisch und frage mich was ich in den Jahren im Germanistikstudium gemacht habe, denn von selbstständig und „anders Denken“ bin ich gerade tausende von Meilen entfernt.

 

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Beitragsbild: Photo by Cathy Mü on Unsplash

*Alle rezensierten und vorgestellten Bücher wurden von mir selbst gekauft.

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