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Rezension: Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär von Walter Moers

02806643-00-00Titel: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär
Autor & Illustrator: Walter Moers
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum, Taschenbuchausgabe: Dezember 2002
Seitenzahl: 703

Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären – ein Universum für sich! Käpt’n Blaubär entführt die Leser in eine Welt der Phantasie: auf den Kontinent Zamonien, wo Intelligenz eine übertragbare Krankheit ist und alle jene Wesen hausen, die aus unserem täglichen Leben verbannt sind. Eine aufregende Reise durch märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist – nur nicht Langeweile!


Wir alle kennen ihn, Käpt’n Blaubär und seine Geschichten die er seinen Enkeln erzählt, die jedoch meist denken es wäre alles nur Seemannsgarn und Lügengeschichten. Dieses Buch jedoch beweist das Gegenteil. Blaubär erzählt von den Anfängen, wie er nicht geboren wurde, sondern als Findelkind auf dem Meer ausgesetzt wurde in einer Nussschale. Wie er von Zwergpiraten gefunden und gerettet wurde, bei ihnen eines seiner Leben verbrachte und alles über die Seefahrt lerne und wie von dort an sein Abenteuer begann. Das Leben nach den Zwergpiraten verbrachte er bei den Klabautergesitern, das danach auf der Flucht, das nächste auf der Feinschmeckerinsel, eins als Navigator, das nächste in den Finterbergen, das 5. In den Finsterbergen, dann kamen die Leben im großen Wald, im Dimensionsloch, in der Süßen Wüste, in Tornadostadt, im Großen Kopf, in Atlantis. Das vorletzte verbrachte er auf der Moloch und im halbe Leben wurde ihm etwas Ruhe vergönnt.  blaubaer_01
Du siehst es waren spannende 13 ½ Leben! Dazu begegnen ihm noch allerlei wunderliche Gestalten und Dinge, wie; Tratschwellen, Stollentrolle, eine Berghutze, ein Prinz aus einer anderen Dimension, der Professor mit den sieben Gehirnen, denkender Sand und fliegende Maulwürfe. Und nicht zu vergessen tödliche Gefahren, die große Liebe und Rettungen in Letzter Sekunde.

Meine Meinung

Das Buch ist schon vom Vorwort und der ersten Sekunde an Spannend. Das Vorwort bietet einen kleinen Einblick darüber was dem Blaubären wer ihm begegnen wird, was er kennenlernt und ihn welche Gefahren er sich begibt. Anfangs schreckte mich jedoch die „Ich-Form“ des Erzählers ab. Da ich persönlich es immer irgendwann ermüdend finde alles aus der Ich-Perspektive zu lesen. Diesmal jedoch nicht! Ich verschlang das Buch nur regelrecht und hatte Probleme es vor 2 Uhr nachts aus den Händen zu legen. Dem entsprechend schnell hatte ich dann auch diesen amüsanten und auch lehrreichen 700 Seiten Wälzer durchgelesen.
Wie gesagt das Buch ist spannend, Moers schreibt mit einer Begabung für das Unbekannte und Phantasievolle wie kein Zweiter. Es kommen des Öfteren neue Worte vor die man so nicht kennt, wie Tratschwellen, Nattifftoffen, Wüstengimpel und Kakertratten um nur ein paar zu nennen. Ansonsten ist seine Sprache jedoch klar. Die Sätze sind einfach gehalten und man verliert nur selten den Faden. Die Auszüge aus Prof. Nachtigallers „Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung“ sind ein ums andere Mal sehr hilfreich und tragen für ein Verständnis der zamonischen Daseinsformen bei wie kein anderes.

Das Buch und damit auch der Schreibstil haben Witz und laden zum Staunen und träumen ein, wie ich es selten bei einem Buch „erlebt“ habe. Es gab in diesem Buch nicht einen Moment an dem ich dachte „sind wir bald fertig?“ oder „muss das sein? Das hätte man auch kürzer umschreiben können oder gar weglassen!“.

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Zu den Illustrationen kann ich nur eins sagen, sie sind der Hammer! Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich wie sehr eine kleine „Kritzelei“ doch die Fantasie anregen kann. Was diese in diesem Buch wirklich taten. Mir gefällt der kleine Bruch von Zeichnung und Text. Das lockert das ganze etwas auf und gibt Luft zum Atmen. Was sicherlich einer der Hauptgründe ist warum ich dieses Buch keine Sekunde langweilig fand. Es gibt zwar keine Feste Anordnung oder so etwas für die Illustrationen, sondern eher da wo der Leser sie eventuell am meisten gebrauchen könnte um sich den Tyrannowalfisch Rex vorzustellen, den Bollogg oder Zille ein Hempelchen aus der Sippe von kleinwüchsigen Zyklopen. Anfangs gibt es auch eine Karte die zeigt wie Zamonien aussieht und eine Weitere die zeigt welche Kontinente in Zamoniens Umgebung liegen.

Wie gesagt, ich fand die Illustationen schön gemacht. Bei den Zwergpiraten viel mir dann sofort auf das ich diese Art und Weise, wie sie gezeichnet wurden irgendwo her kannte. Nach einigem Grübeln befragte ich dann Google was mir sagte, dass Walter Moers nicht nur der Schöpfer von Käpt’n Blaubär und Zamonien war, nein, er war auch Vater vom kleinen Arschloch und ab da wusste ich wieso mir die Zwergpiraten auf Anhieb so bekannt vorkamen.

Mein Fazit

Ich liebe dieses Buch! Es hat mich wie gesagt vom ersten Satz angefesselt und hat mich über meinen Schatten, „ich mag keine Ich-Erzähler perspektive“ springen lassen. Das schafft nicht jedes Buch. Es war schön ein wortgewandtes, lustiges und fantasievolles Buch zu lesen. Zudem macht es Neugierig, hat den ein oder anderen „moralischen“ Aspekt, der wie ich finde besonders in Blaubärs Leben als Navigator anfängt seinen Lauf zu nehmen und nachzuwirken.
Ich kann dieses Buch nur wirklich jedem an Herz legen. Und keine Angst, es ist kein Kinderbuch, sondern ein Buch für Menschen die im Herzen Kind geblieben sind und sich noch trauen zu träumen und unbekannte Dinge zu entdecken.

Denn wie sagt Deus X. Machina; „Das Leben ist zu kostbar um es dem Schicksal zu überlassen.“

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Ich hoffe die Rezension hat dir gefallen und dich vielleicht auch etwas neugierig auf die Geschichte des Käpt’n Blaubär gemacht. Ich habe mich im Aufbau etwas an die Rezension von letterheart orientier, ich hoffe das ist okay, bis ich eine eigene Routine für meine Rezensionen entwickelt und aufgebaut habe.
Ansonsten folgen demnächst die Rezension zu Ensel und Krete. Ein Märchen aus Zamonienund Rumo & die Wunder im Dunkeln. Falls dir diese Rezension gefallen hat kannst du also gespannt bleiben. 😉

Falls du dich noch für andere Rezensionen begeistern lassen kannst, habe ich noch diese für dich; Was wichtig ist. Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie. Es ist meine erste Rezension und lässt auch an keiner erinnern, aber vielleicht gefällt sie dir ja doch.

Deine kleine Wasserhexe

Beitragsbild: Photo by Cathy Mü on Unsplash
Illustrationen: Walter Moers, zamonien.de

3 Gedanken zu „Rezension: Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär von Walter Moers“

    1. Heyhey, noch ein Blaubär-Fan! 😀
      Ja, ich konnte es auch nicht aus der Hand legen und hatte es wie gesagt in kürzester Zeit durch!
      Da stimm ich dir zu! Die farbigen Zeichnungen sehen noch besser aus als die in S/W. 🙂 Könnte mich etwas ärgern, dass ich die Taschenbuchausgabe gekauft hab. 😛

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