Die Seltsamen

Titel: Die Seltsamen
Autor: Stefan Bachmann
Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 26.02.2014
Seitenzahl: 368

Das souveräne Debüt eines 18-Jährigen – ein Bestseller in Amerika und jetzt auch in Deutschland: Ein schüchterner Junge zieht aus, seine Schwester zu suchen, und findet nicht nur einen Freund, sondern muss – vielleicht – auch die Welt retten.

 


 

Bartholomew Kettle, der junge Protagonist, lebt im englischen Barth zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter. Er würde gerne wie die anderen Kinder durch die Straßen rennen, mir ihnen Spielen und Freundschaften schließen. All das ist jedoch für ihn und seine jüngere Schwester Hettie nicht möglich. Bartholomew ist nämlich kein normaler englischer Junge. Er ist ein Seltsamer. Ein Mischlingskind, denn sein Vater war eine Fee und seine Mutter ein Mensch. Aus diesem Grund müssen sich sowohl Bartholomew und Hettie im Haus verstecken und leben verborgen. Im Haus versteckt verbringen die beiden ihren Alltag, so als würden sie gar nicht existieren.

Eines Tages oder vielmehr eines Nachts beobachtet Bartholomew wie der Nachbarsjunge, auch ein Mischlingskind von einer Dame in einem Purpurfarbenem Kleid entführt wird. Der Junge, den er als eine Art Freund empfand. Der Junge der ihm immer mal wieder zu winkte und ihn anlächelte, wenn sie sich zufällig sahen, wenn Bartholomew verbotener Weise aus dem Fenster blickte. Das Ganze stimmt ihn natürlich noch trauriger und er fragt sich wohin der Nachbarsjunge, von der wunderschönen Freu gebracht wurde.

Folglich nimmt das Schicksal seinen Lauf, doch ist es nicht Bartholomew der, der nächste „Auserwählte“ der wunderschönen Dame ist, sondern es ist, seine Schwester Hettie. Und so muss der Junge eines Tages miterleben wie seine Schwester vor seinen Augen entführt wird.

Zeitgleich zu dem ganzen Geschehen von Bartholomews Familie in Bath, lebt in London der junge, ehrgeizlose Politiker Arthur Jelliby. Arthur Jelliby findet seine Pflichten als Politiker eigentlich nur lästig, würde er doch lieber den ganzen Tag zu Hause verbringen. Doch wird sein Leben schon bald genauso auf den Kopf gestellt wie das von Bartholomew, denn als auch er zufällig von dem mysteriösen Verschwinden und den Entführungen der Mischlingskinder erfährt muss er um sein Leben fürchten. Ganz zufällig geraten Jelliby und auch der junge Bartholomew an einander und stürzen in ein gefährliches Abenteuer in dem es gilt, die Pläne eines finsteren und mächtigen Feindes zu durchkreuzen.

 

Meine Meinung

Hach ja, Die Seltsamen… Ja, ich gebe es zu, ich habe das schreiben und vor allem das Veröffentlichen dieser Rezension so lange wie möglich vor mir hergeschoben! Ich kann dieses Buch einfach nicht in Worte fassen und tue mich recht schwer daran einen klaren Gedanken zu fassen. Leider bin ich immer noch Zwiegestalten was dieses Buch und auch die Fortsetzung angeht. Aber mehr zur Fortsetzung in der nächsten Rezension. Jetzt will ich mich erstmal um Die Seltsamen kümmern.

Ich fand den Prolog, in dem die Vorgeschichte und wie es zu den ganzen Umständen in dem sich dieses England befindet, wirklich sehr gut. Er [der Prolog] war zwar etwas vorausschauend, was mich gestört hat, aber der Anfang gefiel mir sehr. Als „alte Fantasynudel“ bin ich sehr für solche poetischen und malerisch mystischen Anfänge zu haben.

Federn fielen vom Himmel.
Gleich schwarzem Schnee schwebten sie auf die alte Stadt namens Bath herab, taumelten über Dächer und sammelten sich in den Ecken und Winkeln der Gassen, bis alles dunkel und still war wie ein Wintertag.

Als „alte Fantasynudel“ bin ich sehr für solche poetischen und malerisch mystischen Anfänge zu haben. Ich hab mich ja selbst schon an dem ein oder anderen Mytischen und düsteren Anfang gewagt beim Schreiben, aber gut, das ist jetzt Nebensache!

Ja, mir gefiel auch der Schreibstil und das wie dieser junge Autor erzählt hat sehr. Die Sprache wach schlicht und einfach gehalten. Alles magische und Mystische war verständlich so das ich nicht als großes Fragezeichen vor dem Buch sitzen musste. Was natürlich ein großes Plus ist.

Weniger hat mir das Hin- und herspringen zwischen Bartholomews und Arthur Jellibys Leben/Alltag gefallen. Anfangs war das hüpfen zwischen Bath und London einfach nur anstrengend. Und, irgendwie waren die Übergänge zu den Städten und zwischen den Charakteren zu vorausschauend, wer das Buch gelesen hat weiß was ich meine. Ich finde generell ist das Buch an einigen Stellen Zeitweise sehr, ja sogar SEHR vorausschauend.

Schade fand ich auch, dass trotz des Fantasy und Steampunk die ja irgendwie zu diesem Buch groß geschrieben wurden eher eine untergeordnete Rolle spielten. Natürlich Fantasy war vertreten, mit den Elfen und dem ganzen Alltag, in dem dieses England steckte. Mir fehlte nur etwas der Steampunk… Dieser ganze Stil dieses Phänomens war mir irgendwie nicht zur Genüge vorhanden. (Auch nicht als es um die Jagd nach dem kleinen metallenen Vogel ging…)

Noch dazu bin ich mit keinem der Charaktere und schon gar nicht dem Protagonisten warm geworden. (Ich fand ich regelrecht anstrengend und sehr Ich bezogen. Jede Person, die in diesem Buch vorkam, war sehr oberflächlich gehalten und bot mir keine Tiefe, die zur Entwicklung der jeweiligen Charaktere hätte führen können. Und das obwohl das ganze eigentlich Potential hatte mit der Geschichte, so wirkte es manchmal einfach nur zusammengewürfelt.

 

Fazit

Alles in allem fand ich das Buch zwar unterhaltend, aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen. Ich hatte mir von dem kleinen Text auf der Rückseite und von den Themen, um die es gehen sollte, Steampunk, viktorianische Zeit und Feen in der Menschenwelt mehr erhofft. Der Schreibstil war zwar einfach und ohne jeglichen Schnickschnack nur wirkte er ab und an zäh wie Kaugummi und wie schon öfter gesagt sehr vorausschauend. Nichtsdestotrotz finde ich, dass es für einen 16 oder 18-jährigen Autor ein sehr gelungener Debütroman ist. Man merkt halt das irgendwie das der Autor recht jung war als er diese Geschichte schrieb. 🙂  Letzteres war vielleicht auch der Grund warum ich das Buch nie abbrechen konnte, auch wenn ich öfter mal daran gedacht hatte. Ich war am Ende dann doch jedes Mal aufs Neue fasziniert, dass ein so junger Geist das alles geschrieben hatte.

 

Wasserzeichen

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