61wC1L270CL
Titel:
Die Stadt der Träumenden Bücher
Autor & Illustrator: Walter Moers
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 01.04.2006
Seitenzahl: 480

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterläßt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er reicht den Anflug von Säure, der an dem Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.


Nach und nach habe ich mich weiter in die Welt von Zamonien verloren, wie du weißt und auch dieses Mal war ich sehr gespannt auf die Abenteuer und Geschichten in die Moers seine Leser entführt.

Und so fing ich an Die Stadt der Träumenden Bücher zu lesen. Es hat zwar ein wenig gedauert aber irgendwann war ich von der Geschichte gefesselt. Spätestens aber dann als Mythenmetz endlich in Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher, ankam. In dieser Wunderbar von Büchern, Verlegern und sonstigem Bücherliebhabenden Volk Stadt war er auf der Suche nach DEM Autor. Von seinem Dichtpaten hatte er nach dessen Tod ein Schriftstück geerbt das Mythenmetz alles abverlangte als er es las. Das Abenteuer beginnt also mit dem Schriftstück und der Suche nach dem Autor, was Mythenmetz nicht weiß, dadurch begibt er sich in große Gefahr, denn schon derjenige der diesen Text verfasst hatte ging nach Buchhaim und war seitdem wie von Erdboden verschwunden.

Die Stadt Buchhaim musst du wissen ist nicht nur ein Paradies für alle Buchliebhaber! Nein, es kann auch ihr schlimmster Alptraum werden, denn mit Büchern kann man viel Geld machen und Geld und Habgier ist wie so oft die Wurzel allen Übels. Was Mythenmetz und dem Leser jedoch erst im Verlauf der Erzählung klar wird, denn obwohl Mythenmetz warnungen erhält er solle die Stadt verlassen, nachdem er einigen Bewohner und Atiquaren den wundersamen und wunderbaren Text zu lesen gibt erhält, hält er sich nicht daran und sucht den Antiquar und Schriftkundler Phistomefel Smeik auf. Und mit Smeik nimmt das Unheil seinen Lauf.

Nachdem Smeik das Schriftstück untersucht und Mythenmetz so einiges darüber Erzählt, kann dieser gar nicht so schnell verstehen wie ihm geschieht und schon findet er sich in den Katakomben von Buchhaim wieder. Die Katakomben musst du wissen sind die eigentliche Stadt. HIER findet man die Bücher, die jeder haben will, oder auch nicht. Denn wie Mythenmetz schon zu Anfang der Erzählung klarstellt so können Bücher weitausmehr als uns in fremde Welten entführen, sie können verletzten, verstümmeln und sogar töten. Und das ist nicht metaphorisch gemeint. Die wertvollsten und auch gefürchtetsten Bücher können wirklich töten, vergiften und vielleicht auch schlimmeres mit dem törichten Leser anstellen, der sie in die Hand nimmt. Mythenmetz erfährt dieses das ein ums andere Mal.

Und da waren sie, die Träumenden Bücher. So nannte man in dieser Stadt die antiquarischen Bestände, weil sie aus der Sicht der Händler nicht mehr richtig lebendig und noch nicht richtig tot waren, sondern sich in einen Zwischenstand befanden, der dem Schlafen ähnelte. Ihre eigentliche Existenz hatten sie hinter sich, den Zerfall vor sich, und so dämmerte sie vor sich hin, zu Millionen und Abermillionen in all den Regalen und Kisten, in den Kellern und Katakomben von Buchhaim. Nur wenn ein Buch von suchender Hand ergriffen und aufgeschlagen, wenn es erworben und davon getragen wurde, dann konnte es zu neuem Leben erwachen. Und das war es, wovon all diese Bücher träumten.

Und hier in den Katakomben fängt die Geschichte auch erst wirklich richtig an. Er streift Wochen und vielleicht Monate in den dunklen tiefen Kammern der Stadt umher. Verirrt sich immer tiefer und begegnet dem ein oder anderen furchteinflößenden Bücherjägern, die ihn töten wollen. Er begegnet den schrecklichen Buchlingen und dem Sagen umwobenen Schattenkönig mit denen er sich sogar anfreundet und die ihm die Welt der Bücher ein ums andere Mal auf spannende und unerwartete Weise näher bringen.

stadt_13

Meine Meinung

 Hildegunst von Mythenmetz ein jeder kennt ihn, wenn man sich mit Walter Moers und dessen Zamonien Romanen auskennt. Er ist DER Schriftsteller dessen Werke Walter Moers in regelmäßigen Abständen übersetzt und uns dadurch näherbringt. Auch dieses Mal hat er dabei ganze Arbeit geleistet. Ich wusste immer noch das Mythenmetz derjenige war der Ensel und Krete, das zamonische Märchen geschrieben hat… Und wenn ich daran zurück denke wird mir immer noch angst und bange! Diese Abschweifungen, die der Autor eingebaut hat waren grauenvoll. Der erste Gedanke war, „Wird das hier genauso? Oder vielleicht NOCH schlimmer?“. Anfangs war ich wirklich skeptisch und wusste nicht recht ob mir dieses Buch gefallen wird, aber ich dachte mir wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Und so fing ich an mich in diesem Buch zu verlieren und je weniger Seiten ich zum Lesen hatte verliebte ich mich zunehmend in dieses Buch, in diese Geschichte des Schreibens.

Es war eine wundervolle Erzählung, die wie immer nuanciert war und mich in ihren Bann zog. Nichtsdestotrotz erging es mir einige male so, dass ich mir wünschte hier wären die Stellen, die die Erzählung unnötig in die Länge ziehen ausgelassen worden. Besonders die Zeit vor den Katakomben war zäh zu lesen. Natürlich musste sie sein um den zweiten Teil der Geschichte genügen aufzubauen. Und trotzdem, ich hätte mir noch mehr „Katakombenzeit“ gewünscht und wäre nicht böse darüber gewesen, wenn die ganze Erzählung nur dort gespielt hätte. Wie ich finde, findet hier ein leichtes Umdenken in Mythenmetz statt, er ist offen für neues, besonders den Blick auf die Bücher und das Schreiben, welches ihm vom Schattenkönig neu beigebracht wird.

Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.

Mythenmetz ist nämlich ein Schriftsteller „to be“ musst du wissen. Was meine ich damit? Als Lindwurm von der Lindwurmfeste ist es für ihn das normalste auf der Welt, Dichter, Schriftsteller oder Schreiberling zu werden. Dennoch, er hat in seinen jungen Jahren noch nichts publiziert und hadert auch nachdem er das mysteriöse Schriftstück gelesen hat mir sich und seiner Schreibfertigkeit. Und gerade dieser Aspekt lässt Mythenmetz zu einem für mich sehr sympathischen Protagonisten werden, den ich anfangs für etwas sehr hochnäsig und weinerlich hielt. Nachdem er jedoch den Schattenkönig und dessen Geheimnis kennenlernt, aber auch schon davor merkt man das eine Veränderung in ihm vorgeht, zumindest bis zu einem gewissen Grad.

stadt_11

Fazit

Auch, wenn mir Die Stadt der Träumenden Bücher sehr gefallen hat so hat sich mich nicht ganz so von den Socken gehauen wie Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär. Natürlich sind beide sehr verschieden und haben jeweils einen anderen Protagonisten und dennoch, ich hatte mir etwas mehr unter Die Stadt der Träumenden Bücher vorgestellt. Ich kann gar nicht wirklich sagen WAS mich jetzt direkt störte, vielleicht war es meine abneigung gegen Mythenmetz und wie er in späteren Zeiten werden wird. Den Einblick dazu bekam man in Ensel und Krete und der hatte mir gereicht, Mythenmetz als Person eine gewisse Abscheu und Abneigung gegenüber aufzubauen und zu empfinden. (Auch, wenn seine Erzählungen aus Die Stadt der Träumenden Bücher weit vor diesem Mythenmetz aus Ensel und Krete liegt. Und ja ich bin mir darüber im klaren, dass ich Abscheu gegenüber einer fiktiven Person hege…)

Ich fand ihn und seine weinerliche und oftmals engstirnige Art schwer zu lesen. Erst mit dem Schrecklichen Buchlingen und dem Schattenkönig, denen er in den Katakomben begegnet legt sich das etwas und irgendwie verändert sich seine Art die Dinge zu sehen und zu erzählen. Oder vielleicht habe ich mir das nur eingeredet, weil ich ja so gesehen von der Geschichte und der Liebe und Zuneigung gegenüber den Büchern in dieser Geschichte sehr angetan war. Aus diesem Grund wollte ich wohl einfach nur das Mythenmetz mir diese wunderschöne Art über Bücher zu schreiben nicht kaputt macht umgehen.

Ansonsten war es wie immer ein hervorragender Roman aus Moers Schreibfeder, wie ich finde! Ein Buch über Bücher und die Liebe zu ihnen hatte ich bis dahin noch nicht wirklich gelesen. Ich fand es schön zu sehen, dass meine oftmals schwer in Worte zufassende Faszination für Bücher und alles Geschriebene von jemand fremden so gut in Worte gefasst werden konnte. Und auch anfänglichen die Beschreibungen von Buchhaim, die der Katakomben und dem Zuhause der Schrecklichen Buchlinge die Mythenmetz erwähnt waren sehr anschaulich, so das mir die Gerüche und Empfindungen förmlich auf der Zunge lagen beim Lesen.

Untitled-1

Beitragsbild: by Janko Ferlič on Unsplash , Bearbeitet von mir
Illustartionen: Walter Moers, zamonien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.