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Titel:
Eat, Pray, Love
Autor: Elizabeth Gilbert
Übersetzt von: Maria Mill
Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 16.7.2013
Seitenzahl: 480

Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischem Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück.


Liz‘ leben steht kurz davor völlig aus den Fugen zu geraten. Sie hat die Scheidung eingereicht, nach mehreren Jahren einer mehr oder weniger glücklichen Ehe. Ihr (Ex-)Mann macht sie für dieses Dilemma verantwortlich und in ihrer neuen stürmischen Beziehung mit David ist sie auch nicht wirklich glücklich. Liz hat diesen Teufelskreis satt. Sie sehnt sich nach Selbstständigkeit, kann aber nicht lange ohne einen Mann in ihrem Leben. Bis es ihr eines Tages reicht und sie sich auf ihre Wünsche und Träume besinnt. Diese Lebensgeschichte, die hier erzählt wird, handelt von der Autorin selbst. Elizabeth Gilbert im Buch, ist die gleiche Elizabeth Gilbert die dieses Buch geschrieben hat, als eine Art Memoiren.

Das Buch besteht aus drei Abschnitten. Jeder dieser Abschnitte besteht aus sechsunddreißig Geschichten, was zusammen hundertacht kleine Geschichten macht. Diese hundertacht Geschichten sind eine Anlehnung auf die traditionelle japa mala, eine Kette bestehend aus hunderacht Perlen die von Hindus und Buddhisten getragen wird. Jede dieser Perlen steht für eine Wiederholung von einem Mantra und soll den meditierenden helfen sich besser konzentrieren zu können, oder so ähnlich. (Genauer steht es in der Einleitung des Buches, ich kann das nicht wirklich so wiedergeben, da ich keine Ahnung von diesen Dingen habe, auch wenn ich es gerade erst gelesen habe, ist es etwas zu hoch für mich.)

Aber weiter im Text. Nachdem erklärt wird wie das Buch aufgebaut ist geht es los. Am Anfang steht wie schon gesagt, ein großer Scherbenhaufen im Raum. Liz weiß nicht so recht was sie will, entscheidet sich schlussendlich aber für das was sie wirklich glücklich macht. Das Reisen. Sie schmiedet Pläne. Pläne für eine erfüllte Reise in der sie ihr „Ich“ finden will. Nachdem sie Nerven und Mut an die Jahrelange Scheidung verloren hat, muss sie wieder zu sich selbst finden und was passt da besser als drei Länder zu bereisen die mit I anfangen? 

Auf dieser Reise ist ihr erstes Ziel Italien. Dort lernt sie das süße Leben und das ausgereifte Nichtstun kennen und lieben. Liz will die Gemütlichkeit und das Genießen zurück in ihr Leben bringen. Die anfänglichen Schwierigkeiten sind bald verflogen und sie kann sich bald der italienischen Dolce Vita hingeben.

Nach einigen Monaten führt sie ihr Weg in ein indisches Ashram. In diesem sechsunddreißig Geschichten geht es um das Streben nach Hingabe. Dieser Abschnitt war recht schwer für mich zu verstehen. Nicht, weil ich nicht verstehen konnte wie man nach Hingabe streben kann, sondern weil es sehr „religiös“ war. Erleuchtung finden und mit sich ins Reine kommen war eine große Sache, was sonst soll man in einem indischen Ashram auch anderes tun? Auch wenn ich so meine Probleme mit der spirituellen Ebene hatte, so habe ich doch viel gelernt und würde gern mal etwas mehr dazu ausprobieren, aber das ist ein völlig anderes Thema. 

Nachdem Liz die sechs Monate im indischen Ashram genutzt hat um auf ihre Weise mit sich ins Reine zu kommen, führ sie ihr Weg nach Indonesien. Genauer gesagt nach Bali zu einem alten Medizinmann, den sie auf einer Reise kennengelernt hat, zu der Zeit als sie sich scheiden ließ. (Es war eine berufliche Reise, falls jetzt Jemand Fragen stellen sollte, warum eine Frau, die mitten in der Scheidung steckt um den halben Globus trottet.)

Im letzten Abschnitt geht es um die Harmonie. Die Balance zwischen „Dolce Vita“ und Spiritualität. Hiermit tut Liz sich schwer, besonders nachdem sie Felipe kennenlernt. Sie wollte selbstständig werden und sein. Wollte sich durch nichts von ihrer neu errungenen Spiritualität abbringen lassen und dennoch, dieser Mann, der sie von Anfang an vergöttert bringt sie irgendwie auf den Pfad des Lebens den Liz sich immer erträumt und gewünscht hat.

Meine Meinung

 Ich habe oben nur kurz angedeutet worum es in diesem Buch geht. Mehr kann ich auch nicht machen, denn wenn ich dir die ganzen Details noch nahebringen soll, wäre das Ergebnis wohl ein eigener Roman.

Nichtsdestotrotz, diese Geschichten über das Leben dieser Frau haben mich fasziniert. Die Art und Weise wie sie mit dem Verlust und dem Chaos in ihrem Leben umgeht ist verblüffend. Auch, wenn sie oft nicht weiß wie es weitergehen soll findet sie einen Weg, Freunde und Familie stehen ihr bei. Noch wichtiger ist jedoch, dass Liz sich im Laufe der Reise selbst schätzen und lieben lernt. Nichts in ihrem Leben sollte so wichtig sein, dass sie sich selbst und ihre Bedürfnisse hintenanstellt. Immer nur anderen Geben ist nicht das Ziel. Ihre Art zu beschreiben ist witzig, traurig und erleuchtend. Nach dieser Geschichte hatte ich irgendwie das Gefühl, das meine Probleme es nicht wert sind von mir Beachtet zu werden. Diese Frau, deren Leben vor ihr in Scherben lag hatte Probleme, aber nicht ich. (Was auch irgendwie falsch ist, denn meine Probleme sind nicht weniger wert oder kleine als ihre.) Und trotzdem dachte ich nach einer Weile; 

„Wow, deine belanglosen Probleme und dein eigenes Trübsal blasen, ist nichts im Vergleich dazu! Diese Frau hatte viel mehr um die Ohren als du und sie hat sich dennoch immer wieder selbst aus dem Dreck gezogen und du? Du liegst heulend im Bett und trauerst verlorenen und verpassten Chancen hinterher und schaffst es nicht etwas aus dieser Situation zu machen. Guck dir Liz an, die hat es auch geschafft!“

Wie gesagt, ich weiß das meine Probleme, für meine Verhältnisse genauso große Probleme sind wie Liz‘ Probleme für sie. Und dennoch, irgendwie gab mir diese Geschichte den Anreiz aufzustehen und aus meinem tristen und negativen Dasein etwas Besseres zu machen, denn wenn ich es nicht selbst tat, wer wollte es sonst für mich tun?
Liz‘ Geschichte hat mir gezeigt, egal wie verzweifelt und verfahren die Situation ist, wenn du es willst kannst du dich aus ihr befreien. Natürlich werde ich mich jetzt nicht auf eine Weltreise nach Italien, Indien und Indonesien begeben. (Das wäre zwar schön, aber ja.) Aber einige Dinge kann und will ich in meinem Alltag ändern, denn es sind ja meist die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen, das hat mir dieses Buch einmal mehr vor Augen geführt.

Fazit

Ich kann dieses Buch nur wieder wärmstens empfehlen. Auch, wenn es übertrieben klingen mag, dieses Buch hat mich auf eine Art berührt und gerettet wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Ich wusste gar nicht, dass Bücher so etwas können. Die Schilderungen, sind wunderbar realistisch und nachvollziehbar, denn es ist nicht nur erzählt und aus den Fingern gesogen. Die Frau, die dieses Buch geschrieben hat, hat alles selbst erlebt und erfahren. Nach einem Lebensveränderndem Schritt würde jeder erstmal ins Chaos verfallen und dann versuchen auf seine eigene Art und Weise da wieder raus zu kommen und das hat Liz Gilbert geschafft. Aber nicht nur sie hat es geschafft aus dem Chaos zu treten, mir hat sie auch geholfen und mir gezeigt, dass wenn du etwas willst musst du es selbst tun und versuchen, auch wenn du immer und immer wieder auf die Nase fällst. Nur du kannst dir dein Leben aufbauen und verwirklichen. Und das finde ich, ist die schönste Lektion, die ein Buch geben kann. Du bist der Held deiner eigenen Geschichte.


So das war also Eat, Pray, Love. Ich weiß irgendwie hört sich das Schräg an, aber irgendwie kann ich auch nicht wirklich in Worte fassen was dieses Buch bei mir „angerichtet“ hat. Und immer, wenn ich es versuche klinge ich wie eine Verrückte die erst ein Buch lesen musste um herauszufinden, dass nur sie selbst ihr Leben in die Hand nehmen kann… Die meiste Zeit beim Lesen herrschte absolute Stille in meinem Kopf und ab und an vernahm ich eine kleinlaute Stimme, die flüsterte „Sie hat recht! Sie hat ja sowas von recht!“

Irgendwie fehlen auch ein paar Zitate oder Auszüge in dieser Rezension. Aber irgendwie, weiß ich nicht was ich nehmen soll… Wenn ich wirklich anfangen zu zitieren habe ich Angst das im Endeffekt das ganze Buch hier steht, deswegen glaube ich lasse ich es lieber. 😛

Na egal, ich werd mir bei der nächsten Gelegenheit mal den Film ansehen. Die Abschnitte Italien und Indien hatte ich gesehen, also vom Film. Nur fehlt mir noch Indonesien und das Happy End was ich ihr von der ersten Sekunde an gegönnt habe. Mal sehen wann mir nach „rotz-und-wasser-heul-Film ist. (Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das passieren wird wenn ich den Film sehe, auch wenn er vielleicht nicht nach Taschentuchalarm schreit…)

Ich hoffe die Rezension hat dir gefallen und wie gesagt du darfst mich gerne für verrückt und überdreht halten. Aber seitdem ich das Buch gelesen hab geht’s mir besser. ich bin wesentlich positiver und entspannter was die Vergangenheit und die Zukunft betrifft und auch, wenn die letzten Monate alles irgendwie Scheiße war es nicht so weitergeht, wenn ich mich darum bemühe die Zukunft anders zu gestalten. Mich hat diese Geschichte zum Umdenken gebracht und das fühlt sich gut an!

So das war‘s jetzt aber endgültig von mir! Ich wünsch dir noch einen wunderschönen Abend und morgen einen schönen Tag. Morgen kommt dann auch der erste Wochenrückblick, juhu!

Also dann, bis morgen!

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