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Titel: Matilda
Autor: Roald Dahl
Verlag: Rotwohlt Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Ausgabe, 1. März 1997
Seitenzahl: 192

Matilda ist ein Wunderkind, verständig und blitzgescheit. Ihr Verstand ist so hell und scharf, dass es selbst den beschränktesten Eltern auffallen müsste. Aber weder sie noch die Lehrer sehen das Außergewöhnliche an ihr. Für die Schmach in Schule und Elternhaus sinnt die kluge Kleine auf Rache. Sie entdeckt, dass sie übersinnliche Kräfte har, und macht von ihnen Gebrauch…

 


Matilda, Matilda. Was habe ich diesen Film damals geliebt und liebe ihn auch heute noch! Ja, ich fange auch diese Rezension wieder mit dem bescheidenen Satz an, ich hab den Film gesehen bevor ich das Buch gelesen hab.

Natürlich fing mein Hirn auch hier gleich an, das Buch mit dem Film zu vergleichen (und das bevor ich das Buch überhaupt aufgeschlagen hatte…). Ja, manchmal funktioniert mein Hirn komisch. Nichtsdestotrotz, als ich das Buch las fiel es mir wesentlich leichter, das Buch vom Film zu unterscheiden. (Wir wissen beide, dass das bei der letzten Rezension zu Neil Gaimans Coraline nicht der Fall war… Aber egal.)

Ich wollte unvoreingenommen an diese wundervolle Geschichte herantreten und ich glaube das ist mir ganz gut gelungen.

Gut, die lange Rede ist eigentlich mal wieder überflüssig. Sie sollte nur dazu dienen, dir einen Hinweis darauf zu geben, dass es vorkommen kann und ich hin und wieder das Buch mit dem Film vergleiche.

Aber das nur so am Rande! Kommen wir zu dem weswegen du hier bist; der Rezension:

Matilda. Matilda Wurmwald ist ein kleines sonderbares und dennoch wundervolles junges Ding, dass mit anderthalb Jahren Fehlerlos plappern konnte und mit drei Jahren sich selbst das Lesen beigebracht hatte. Normalerweise hätte man ihr großes Talent und ihre Begabung mehrere Meilen gegen den Wind riechen müssen. Jeder „normale“ Mensch hätte das sich auch getan. Aber auch nur normalerweise. Ihre Eltern sahen das anders. Ihr drang nach Büchern und diese auch zu Lesen und vor allem sich dadurch weiterzubilden und zu entwickeln entging den Eltern vollkommen. Was sollte ein Mädchen auch anderes können müssen außer hübsch sein? (So ein Kommentar ihrer Mutter.)

Dieser Kommentar der Mutter sagt eigentlich alles über die Familie und dem Verhältnis, welches sie zu ihrer Tochter haben aus. Matilda, die einzige die Bücher liebt in der Familie wir schnell als wunderlich abgestempelt und somit zur Außenseiterin degradiert. Die Restfamilie sitz nämlich lieber vor dem Fernseher und geht eher zwielichtigen Tätigkeiten nach. Hier zählt nur der protzig-prunke Schein, der nachaußen zu sehen ist. Matilda, eher introvertiert findet in den Bibliotheksbücher eine Zuflucht vor der grausigen Familie.
Später werden Fräulein Honig und ihre Freunde ihre Ersatz-Familie, die das Mädchen so liebgewinnen wie sie ist; schlau, gebildet und einen hauch übernatürlich.

 

Meine Meinung

Für mich war der Film schon immer ein „feel good“-Film. Immer wenn ich Matildas Geschichte und auch ihre Liebe zu den Büchern sah wurde mir warm ums Herz. Das kleine Mädchen, das von niemanden Verstanden wurde und auch so nicht der Mittelpunkte des Geschehens sein wollte, stimmte mich versöhnlich und munterte mich auf. Mir gefiel es immer das sich das kleine Mädchen gegen die Unverschämtheiten und Ungerechtigkeiten wehren konnte. Ihre Klugheit und ihre übernatürlichen Kräfte wollte ich auch immer haben, damit meine „Feinde“ halt nicht merkten, wenn ich mich zur Wehr setzte.

Dieses Gefühl hatte ich auch beim Lesen. Das war für mich eine große Erleichterung, dass ich beim Lesen eben dieses bekannte wohlige Gefühl auch verspürte. (Ich dachte nämlich es wäre immer nur ein Gefühl was mir der Film vermitteln konnte). Auch, wenn ich Matildas Geschichte und ihre Familienverhältnisse immer schon ungerecht und traurig fand, so brach mir doch die Geschichte von Fräulein Honig das Herz. Die Geschichte der netten und gütigen Lehrerin unterscheidet sich nicht groß vom Buch zum Film. Dennoch, im Buch bekommt man einen ganz eigenen Einblick, der mir persönlich das Gefühl gab als wäre mein Herz in einem Schraubstock gefangen.

 

Fazit 

Auch wenn Matilda eine typische „märchenhafte“ Roald Dahl Erzählung ist, die auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, so lässt sie sich doch ohne Probleme immer wieder in die Gegenwart transportieren! Es ist wunderbar realistisch geschrieben, befasst sich mit Themen, die in der modernen Zeit gerne mal vergessen werden und kommt dennoch wie gesagt (für meinen Geschmack) NIE aus der Mode.

Für mich war schon der Film, wie gesagt schon immer ein „feel good“ Film und eine kleine Pause gegen die Alltagsblues und genau das ist auch das Buch. Es weckt, das Kind in mir welches mehr lesen und sich bilden will. Es weckt das innere Kind in mir welches sich gegen zig Stunden am Smartphone und auf Netflix wehrt und einfach nur in die faszinierende und kunterbunte Welt der Bücher abtauchen will. Und ich glaube es ist genau dieses innere Kind welches öfter mal, gegen den Alltagstrott gewinnen sollte.

Für mich definitiv eines der wundervollsten Bücher, die ich letztes Jahr gelesen habe und, sicherlich eines der wenigen Bücher an denen ich mich nie satt lesen werde, denn es ist eines der wenigen Bücher die mir realistisch und glaubwürdig die Liebe zur Literatur und zum anders sein näher gebracht hat.

 

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