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Titel:
Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Illustrationen von:
Gustave Doré
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 1.10.2003
Seitenzahl: 223

Der zwölfjährige Gustave bricht zu einer wahrlich fantastischen Reise auf: Er fliegt über den Mond hinweg, kämpft gegen Riesen und befreit eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachen. Er trifft auf höchst sonderbare Kreaturen und schaut sogar dem Tod bei der Arbeit zu. In einer einzigen Nacht muß Gustave von der Erde zum Mond, einmal quer durch das ganze Universum und wieder zurück reisen. Denn er hat eine Wette abgeschlossen, bei der sein Leben und seine Seele auf den Spiel steht…


Hach, ich tu mich ja im Moment so schwer mit Walter Moers. Das Ganze ging schon nach Rumo & die Wunder im Dunkeln los, erholte sich dann wieder als ich Wilde Reise durch die Nacht gelesen hatte und fängt jetzt wieder an. Nicht das lesen von Moers Texten fällt mir schwer, sondern, dass gelesene und erfahrene in Wörter zu fassen. Vielleicht liegt es aber auch nur an meinen Kopfschmerzen und den Horrortrip nach Ikea heute, dass mein Kopf nicht mehr arbeiten kann und will irgendwie.

Aber das gehört jetzt nicht wirklich hier her, zurück zum Thema: Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers.

Nach einer Schicksalhaften Reise auf See begegnet der junge, zwölfjährige Gustave, Kapitän der Aventure dem Tod und dessen wahnsinniger Schwester Dementia. Der Junge der in einem „Siamesischem Zwillingstornado“ das Schiff und die gesamte Mannschaft verliert, begegnet den beiden mehr tot als lebendig und erfährt den Grund für das „Treffen“. Der Tod ist gekommen um die Seele des Jungen an sich zu nehmen, in einen Seelensarg zu stopfen, damit er diesen dann in die Sonne werfen kann. Gustave jedoch will weiterleben, da es noch so vieles für ihn zu entdecken gibt und er noch seinen größten Traum, Künstler zu werden verwirklichen will. Nach einigem hin und her schlägt der Tod eine Wette vor und Gustaves Abenteuer beginnt. Darüber hinaus ist diese fantasievolle Geschichte geschmückt mit Holzstichen von Gustave Doré und übt dadurch eine wunderbare Faszination beim Lesen aus. Wunderschöne Illustrationen, die wenn man Moers etwas kennt, von charmanter, witziger und abenteuerlustiger Sprache begleitet werden.
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Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal einen Beitrag geschrieben mit einem Auszug von Wilde Reise durch die Nacht. Es war und ist bis heute meine Lieblingsstelle, auch wenn es viele andere Zeilen und Absätze in dieser Geschichte gab ist diese meine liebste geblieben. Es ist eine Unterhaltung zwischen Gustave und dem Tod. Die Unterhaltung findet noch vor der Wette statt und ist wie ich finde ziemlich schwarzer Humor, den ich sehr gerne mag! [HIER] kannst du den Absatz mit der Unterhaltung und den Späßen vom Tod und dessen Schwester Dementia nachlesen.

So nun aber zu der Wette die unser Protagonist Gustave mit dem Tod schließt. Gustave bekommt von Tod 6 Aufgaben gestellt, die er in einer einzigen Nacht zu lösen hat, sonst bekäme der Tod seine Seele. Die 6 Aufgaben sind:

1. Gustave muss eine schöne Jungfrau aus den Klauen eines Drachen befreien.
2. Er muss einen Wald voller bösartiger Geister durchqueren, wobei er sich möglichst auffällig verhalten soll.
3. Er muss die Namen von 6 Riesen erraten.
4. Er soll dem Tod einen Zahn vom Schrecklichsten Aller Ungeheuer bringen.
5. Gustave muss sich selbst begegnen.
6. Gustave muss den Tod auf dem Mond besuchen.

Während dieser Aufgaben erfährt und lernt Gustave viel Neues. Er schließt neue Freundschaften und das höchste aller Maße ist, er verliebt sich genauso schnell wie ihm das Herz wieder gebrochen wird.

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Übrigens, wusstest du das der Tod wegen den Menschen auf den Mond gezogen ist? Ich auch nicht, aber hier seine Erklärung:

„Du wohnst auf dem Mond?“ fragte Gustave beeindruckt.
„Ja“ seufzte der Tod, „das ist der einzige Ort, wo man heutzutage noch seine Ruhe vor den Menschen hat. Früher wohnte ich in einen Schloß aus Eis am Nordpol, aber da hält der Tourismus ja mittlerweile auch schon Einzug. Polarforscher. Entdeckertypen. Glücksritter – wobei ich mich frage, welche Art von Glück sie bei minus fünfzig Grad wohl suchen. Jetzt wohne ich auf dem Mond. Am Rande des Mare Tranquillitatis. Es ist das einzige Haus auf dem ganzen Mond, um genau zu sein. Du kannst es nicht verfehlen.“

 

 

Meine Meinung

Mit Wilde Reise durch die Nacht ist Moers ein wunderschönes und spannendes Märchen gelungen. Es ist Sprachgewand wie man es von ihm gewöhnt ist und die Art und Weise wie er den Tod schreibt und beschreibt ist gewissermaßen atemberaubend schön. Der Tod, der ja mit allem Verbunden ist, hat bei den meisten Aufgaben, die er Gustave gestellt hat seine Finger im Spiel. Er setzt alles daran, dass Gustave scheitert und er am Ende doch noch seine Seele in die Sonne schmeißen kann. Durch die Hilfe von seinen beiden Freunden dem Greif und dem Pferd Poncho Sansa, gelingt es ihm doch dem Tod jedes Mal ein Schnippchen zu schlagen und die Aufgaben zu bewältigen. Wer jetzt denkt, den Namen Poncho Sansa schon mal gehört zu habe, es soll wohl eine Anspielung auf den Gefährten von Don Quijote sein. Einige der Illustrationen, oder Holzstiche sind von Miguel de Cervantes Don Quijote. Das nur so als kleine Zusatzinfo am Rande und jetzt weiter im Text.

Der Text und die Illustrationen sind sehr schön auf einander abgestimmt. Am Ende folgen Quellennachweise zu welchen Büchern die Holzschnitte gehören und es wurde eine Zeittafel mit den wichtigsten Biographischen Ereignissen abgedruckt.

Was mich leicht stört ist, dass jedes Mal, wenn eine Illustration kam beim Umblättern erstmal nur weiß folgte. Was ich damit meine? Stell dir ein Blatt Papier, vor das du mit einem normalen Drucker bedrucken willst. Wie drucken, die handelsüblichen Drucker, die man sich ins Arbeitszimmer stellt? Genau! Einseitig… Die eine Seite ist schön bedruckt, auf der anderen herrscht gähnende Leere. Das gleiche hat man in diesem Buch; auf der einen Seite eine schöne Illustration von Doré, wenn man dann umblättert ist auf der „Rückseite“ nichts. Warum? Ich kann auf eine Art verstehen, dass man eventuell nicht wollte, dass der Text durchscheint, wenn man die die Zeichnung bestaunt. Für mich jedoch ist das ein riesen Bruch im Lesefluss… Der Text geht auf Seite 26 (z.B.) los. Seite „27“ ist eine Illustration, Seite „28“ ist leer und dann geht’s erst auf Seite 29 mit dem Text weiter… Ich versteh den Sinn nicht ganz, auch wenn ich vielleicht sehe warum, wieso weshalb wegen der Illustration.

Fazit

Wie die meisten Bücher die ich Lese und Rezensiere kann ich auch dieses nur wieder wärmsten Empfehlen! Es ist halt Walter Moers. Entweder man mag (liebt) ihn und seine Bücher oder man macht es eben nicht. Und ich zähle mich gern zu den Moers Liebhabern. (Auch, wenn ich mich zu weilen schwer tue eines seiner Bücher anzufangen.) Das einzige was mich wie oben schon erwähnt gestört hat, sind die weißen Seiten nach jeder Illustration. Ansonsten aber kann ich wieder nur positives sagen und würde mich auch über weitere solcher Werke von Moers freuen!

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Ich hoffe dir hat die heutige Rezension gefallen!
Für den Fall das sich mal wieder der ein oder anderer Fehler beim Tippen eingeschlichen hat, fürchte dich nicht, ich werde sie morgen beseitigen. Ich gebe mir zwar immer die größte Mühe vor dem Veröffentlichen die Fehler zu korrigieren, aber irgendwie sind sie am nächsten Tag dann doch wieder da, wenn ich den Beitrag noch einmal kurz überfliege.

Hab noch einen wunderschönen Abend.

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Beitragsbild: Photo by Cathy Mü on Unsplash
Illustrationen: Gustave Doré

*Alle rezensierten und vorgestellten Bücher wurden von mir selbst gekauft.

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